5 AM Club – wie sieht es aus nach 3 Wochen?

3 Wochen habe ich es bis jetzt ausgehalten, hatte Höhen und Tiefen und Kopfschmerzen, wie schon lange nicht mehr. Mache ich weiter? Ja. Aber mal eins nach dem anderen.

Höhen. Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass es Höhen geben würde. Gut, die erste Woche war in Summe ganz OK, aber weit weg von: „SUPER, davon will ich MEHR!“

Mein Sportpensum hat sich deutlich erhöht. Durch die Sommerpause beim Aikido hatte ich den Eindruck, dass ich immer unbeweglicher wurde. Mit dem Entschluss der Frühe eine Chance zu geben, mache ich jeden Morgen als erstes… Sport. Direkt nach dem Aufstehen, gehe ich 2-3 x wöchentlich auf die die kurze Laufstrecke. 4 km sind das. Anfangs habe ich es gehasst. Was sollte das … es ist stockdunkel, saukalt, niemand ist unterwegs, alles was man sieht sind leere Züge auf der Bahntrasse. Nach den ersten 1,5 Wochen wusste ich das aber zu schätzen. Ich habe mir eine kleine Lauflampe gekauft, um nicht pausenlos auf irgendwelchen Schnecken herumzuwalzen (und davon gibt es jeden Menge auf dem kleinen Feldweg) und das direkt vom Bett in die Laufschuhe klappte schon fast automatisch. 

Die morgendliche Stimmung einzusaugen ist ein weiteres Hoch. Die Stille, der Nebel, der über die Felder wabert, das diffuse Licht der Sterne und des Mondes… das gepaart mit der Luft morgens ist tatsächlich ein Wachmacher-Kick, den ich so nie erahnt hätte. Krass.

Ich komme zum Meditieren. Direkt nach dem Sport und einem Glas Wasser geht es aufs Sitzkissen. Zwischen 10 und 15 Minuten schaffe ich mittlerweile ohne Aufwand und ich merke richtiggehend, wie ruhiger ich generell in den Tag starte. Möglicherweise ist das auch die Kombination zwischen Frühaufstehen, Sport und Meditation, was den Tag in Summe weniger enervierend macht, aber eigentlich ist mir das auch egal: es hilft. Und das ist gut.

Meine Aufstehzeit hat sich auf 5:20 quasi selbst eingependelt. Offenbar ist das die für mich ideale Zeit. Alternativ geht auch 4:30, aber das wäre mir tatsächlich ncoh etwas zu früh… das ist dann wohl Level 2… 😉

Natürlich ist nicht alles Tutti, es gibt mehr als genug Tiefen, die mich immer wieder vor die Herausforderung stellen, mich nicht doch einfach umzudrehen, oder dieses Experiment ganz abzublasen. 

Alsda wären: eine leichte Erkältung hat mir in der zweiten Woche ziemlich zu schaffen gemacht. Wahrscheinlich aus der Ungewohntheit heraus, mich morgens auf den Feldweg zu quälen, hat mein Körper schlicht mit einem dicken Hals reagiert. Okay, also habe ich einen Tag Pause gemacht und mich mehr auf mein Kellerdojo verlegt. Krafttraining geht ja auch.

Gegen Ende der Woche, in der Regel an Donnerstag bekomme ich irre Kopfschmerzen, die sich auch gerne mal bis zum Sonntag ziehen. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es so klassische Migräne-Anfälle sind, oder ob es an meiner Veränderung liegt. Muss ich beobachten.

Mein eigentlich typisches Nachmittagsloch habe ich überwunden. Mit viel Wasser, grünem Tee und (tatsächlich) WENIGER Kaffee am Nachmittag komme ich ganz gut durch, interessanterweise… 🙂

Negativ fällt mir auch auf, dass sich an meinem Körpergewicht nichts tut. Schon seit einiger Zeit habe ich meine Abendfresserei weitestgehend eingestellt. Süßes und Chips sind also out und das ist auch gut so. Klar fällt mir das teilweise immer noch schwer, aber in Summe fühle ich mich dadurch besser. Ansonsten habe ich nicht viel verändert… Frühstück fällt mir immer noch schwer, Mittags esse ich „normal“ und am Nachmittag gibt es einen Quark, oder Joghurt mit frischem Obst.

Ich dachte eigentlich, dass mit mehr Sport und gleichem Essverhalten die Pfunde wieder anfangen zu purzeln, oder zumindest langsam weiter in die richtige Richtung kriechen… aber nein, leider nicht. Irgendwo muss also ein Trigger sein, den ich noch umlegen muss. ich bleibe am Ball. Evtl. ist es mein Aikido-Training? Den Göttern sei DANK, am Dienstag geht es wieder los… 

So sieht das also aus aktuell. Ich gebe zu, am Wochenende kann mich der Spaß mal, der Wecker ist aus und ich schlafe wie ein Bär. Gerne auch mal um die 10 Stunden. Ich bin derzeit am Überlegen ein oder zwei Cheat-Days die Woche einzulegen, einfach um etwas „Entlastung“ zu haben. 

Soviel zum aktuellen Stand. Eigentlich ganz OK, wenn nicht diese miesen Kopfschmerzen wären.. aber ich mache weiter und werde natürlich wieder berichten.

In diesem Sinne!

 

Willkommen im 5 AM Club

Ja danke. Nun bin ich also dabei… auf Probe sozusagen. Ich hadere noch mit mir. Bin noch faul, schlafe lieber und gehe immer noch lieber spät ins Bett. Doch die Vorteile überwiegen… blöderweise.

Jeden Morgen habe ich meinen Wecker auf 5 Uhr gestellt und habe es tatsächlich geschafft jeden Tag aufzustehen.

Jeden Morgen habe ich direkt nach dem Aufstehen etwa 45 Minuten Sport gemacht und etwa 15 Minuten meditiert. Natürlich hatte ich am Mittwoch einen schönen Muskelkater, aber der Sport hat eher wach gemacht. Danach duschen, Frühstück, lesen… und ab zur Arbeit.

Das liest sich jetzt erstmal relativ nüchtern, aber was hat sich denn überhaupt im Detail in dieser ersten Woche verändert?

Sport. Ich mache viel mehr Sport als zuvor. In der Woche war ich 2x laufen und 3x in meinem Kellerdojo. Ich habe keinen Ahnung, ob das gut ist, aber es fühlte sich gut an und die Energie hat mich auf jeden Fall durch den Vormittag gebracht.

Meditation. Normalerweise eine Sache auf der virtuellen todo-Liste, die ich abhaken musste. „Ach ja -meditieren muss ich auch noch…“ In der letzten Woche habe ich direkt nach dem Sport 15 Minuten in aller Stille verbracht. Das war schön und ich habe angefangen mich darüber zu freuen.

Frühstück. Ich bin / war kein Frühstücker. Die letzte Woche habe ich aber direkt nach nach dem Sport schon erste Hungergefühle gehabt, so dass ich eben angefangen habe zu frühstücken. 2 Eier, etwas Toast mit Butter. Ich habe dann angefangen auf die Japaner zu schielen, die ja recht feudal und warm frühstücken, also habe ich mir am Dienstag dazu ein Schälchen Reis geköchelt – das geht aber mal überhaupt nicht. So blieb es morgen bei 2 Eiern und etwas Toast. Ich muss sagen, so richtig gut fühle ich mich damit noch nicht, weiß aber, dass die Zeit bis zum Mittagessen ziemlich lang ist. Ich muss hier noch einen guten und für mich richtigen Modus finden.

Bettgehzeit. Meine Bettgehzeit hat sich im Laufe der Woche von etwa 0 Uhr auf 23 Uhr vorgezogen, völlig unforciert und gedankenlos. Es ist einfach passiert. Ob das gut oder schlecht ist, weiß ich nicht, ich fühle mich auf jeden Fall nicht „anders“.

Energielevel. Yo, das ist auf jeden Fall ein Thema. Das Energieloch am Nachmittag. Während Montag und Dienstag das Loch erst ab etwa 16 Uhr kam, kam es die letzten Tage bereits ab etwa 14 Uhr. Wie ein Schlag, von einem Augenblick zum Nächsten. Schlimm. Ich habe gemerkt, dass ein Spaziergang leicht helfen kann, ebenso wie der exzessive Konsum von Wasser. Das wirkt aber leider nur relativ kurz, den Nachmittag muss ich als „verlorene Zeit“ werten. Das geht im Urlaub, am Wochenende, aber während einer Arbeitswoche? Sicher nicht.

Ab etwa 18 Uhr geht es wieder leicht aufwärts, der Abend ist aber meist dennoch verloren. Meine „quality time“ in und mit der Familie ist also weniger geworden.

Essverhalten. Im Grunde bin ich ja relativ diszipliniert. Mit dem Bestreben, den Fettknäuel am Bauch loszuwerden, achte ich sehr darauf, was und wieviel ich esse. ABER, gerade während des Energielochs am Nachmittag ist es nochmal ungleich schwerer! Ich habe mich oftmals ertappt unbemerkt uns quasi willenlos irgendetwas Süßes zu suchen! Das nervt mich, und zwar richtig!

Positiv dagegen ist, dass ich mir abends nicht mehr so viel reinschaufel und das Genasche vor dem TV aufgehört hat.

Innere Ruhe. Das ist tatsächlich eine Sache die sich positiv verändert hat. Ich bin in Summe den ganzen Tag gelassener, ruhiger und besser gelaunt. Das ist schön und genieße ich selber wohl am Meisten.

Wie geht es weiter? Ja, das ist letztlich die Frage. Grundsätzlich ging es mir recht gut damit, morgens um 5 Uhr aufzustehen und meinen Tag zu beginnen. Das Energieloch am Nachmittag macht mir aber echt zu schaffen und ich brauche unbedingt eine Methode, das zu überwinden. Hier muss ich mich etwas eingehender informieren,was genau man dann machen kann – außer sinnlos Süßes zu fressen.

Im Laufe der Woche konnte ich zwei Dinge beobachten.

1. Ich bin an drei Tagen automatisch um 04:30 Uhr aufgewacht. Evtl. habe ich zu der Zeit eine Wachphase und es wäre leichter aufzustehen?

2. Um etwa 05:30 Uhr habe ich einen kleinen Energieschub. Den interpretiere ich derzeit als den Punkt, an dem ich wirklich wach werde. Evtl. wäre auch dieser Punkt eine gute Zeit um aufzustehen?

Um es abzukürzen: ich mache weiter, aber nicht um 5 Uhr. Ich trete offiziell aus dem 5 AM Club wieder aus und gründe -für zumindest eine Woche- den 5:30 AM Club.

Das nimmt mir morgens zwar etwas Zeit zum … „klar kommen“, aber evtl. ergattere ich mehr Energie für den Resttag.

In diesem Sinne!

 

Frühaufsteher? Nee…. oder doch?

Während des Urlaubs in Österreich war ich unter anderem auch im Schloß Schönbrunn und in der Hofburg. Ich bin zwar kein Monarchist, dennoch fand‘ ich die Story von der Sisi und ihrem Franz ganz interessant – auch wenn Film und Wahrheit relativ weit auseinander klaffen…

Der alte Kaiser hat mich dann schon ziemlich geflasht, muss ich sagen. Ungeachtet seiner Behäbigkeit bei der Umsetzung von Reformen und seiner inneren Schwäche, als es um das Verhindern des 1. Weltkriegs ging (da war er ja auch schon 84 Jahre alt) ist mir in Wien bewusst geworden, was er für ein Arbeitstier war.

Jeden Morgen ist er um 03:30 Uhr aus dem Bett gekrochen, hat am Schreibtisch gefrühstückt und sich voll und ganz seiner Aufgabe gewidmet – dem Regieren der damaligen Monarchie. An seinen letzten Lebenstagen erkrankte er an einer Lungenentzündung, die er ignorierte und trotzdem jeden Morgen aufstand und seine Pflicht erfüllte. Als er sich an seinem letzten Tag völlig fertig und fiebrig ins Bett legte, sagte er noch sowas wie: „Weckt mich morgen bitte um halb vier – ich habe meine Arbeit heute nicht geschafft.“ Nun ja – das waren dann auch seine letzten Worte…

Auf jeden Fall dachte ich mir, nach dem ich die Story hörte, dass es ja wohl durchaus seine Vorteile haben müsste morgens früh aufzustehen. Einige Male in meinem Leben habe ich es ja schon versucht und einige Zeit durchgezogen, aber so richtig konsequent eigentlich nie.

Etwas Such im Netz der Netze bescherte mir so Vögel wie Hal Elrod, Jürgen Höller und andere Motivationsfuzzis, die mich mal so Null interessieren. Mich interessierten eher die richtigen Persönlichkeiten, die einfach ihr Ding machen ungeachtet dessen, was andere über sie denken. Steve Jobs, Tim Cook, Kaiser Franz, Zuckerberg, Bezos, Anna Wintour, Richard Branson, Albert  Einstein, Napoleon Bonaparte und und und.

Jeder hat natürlich seine eigene Morgenroutine, seine eigene Uhrzeit, und so weiter.

Ich starte daher mal einen Selbstversuch und will dieses „Frühaufstehen“ mal versuchen.

Aktuell sieht meine „Morgenroutine“ so aus:

Normale Bettgehzeit: zwischen 0:00 und etwa 1:00 Uhr.

07:07 Uhr – Handy weckt mich. Ich drücke Snooze.

07:17 Uhr – Handy weckt mich. Ich drücke Snooze.

07:27 Uhr – Handy weckt mich. Ich drücke Snooze.

07:37 Uhr – Handy weckt mich. Ich drücke Snooze.

07:47 Uhr – Handy weckt mich. Ich drücke Snooze.

07:57 Uhr – Handy weckt mich. Ich drücke den Wecker aus und checke Mails, News, Social Medias.

08:25 Uhr – ich stehe auf, schnappe mir ein paar Klamotten, trinke ein Glas frisch gepresste, warme Zitrone, einen Espresso und gehe duschen.

09:05 Uhr – ich hetze zum Auto und fahre zur Arbeit.

Bis 10 Uhr bin ich nicht ansprechbar, trinke weitere 3-4 Tassen Kaffee und versuche zu überleben.

Das kann es nicht sein, oder? Ich meine, selbst im Havamal sagt der alte Odin schon, dass man VOR seinen Feinden aufstehen sollte, wenn man erfolgreich sein will… wenn das mal keine Motivation ist…

Ich versuche das jetzt. Ab Montag geht es los und ich werde (versuchen) hier regelmäßig davon zu berichten. Schwierigkeiten, Dinge die Scheiße laufen, oder auch super sind.

Seid gespannt – ich bin es.

 

kurze Rück- oder Zwischenmeldung

Jaja, 2020 ist ein echt beschissenes Jahr.

Mein letzter Beitrag ist mittlerweile 8 Monate her und alles was in der Zwischenzeit passiert ist, war eigentlich Grütze.

Nach meinem Hexenschuss über Weihnachten und Neujahr, der fast bis Ende Januar anhielt, bin ich relativ frohen Mutes in den Februar gestolpert. Jiu Jitsu hat mir trotz regelmäßiger Ausfälle Spaß gemacht, Job lief irgendwie OK und die neue Wohnung bescherte ein wohlige und Gutes zu Hause.

Bis mich dann ein zweiter Hexenschuss im März aus dem Alltag schoss. Was soll ich sagen, nicht ganz so fies, wie der um den Jahreswechsel herum, aber holla… es gibt schöneres. Die Kreuzschmerzen gingen direkt in den Corona-Lockdown über, der zum Sommer hin, dann irgendwie halbwegs wieder gelockert wurde.

Ist das Geldmacherei? Eine EU-Absprache wegen möglicher Verluste bei den Tourismus-Einnahmen? Mal ernsthaft – seltsam ist es schon, dass pünktlich zu den Sommerferien die Reisebeschränkungen für die typischen Urlaubsgebiete der dicken, reichen Mitteleuropäer aufgehoben wurden. Jetzt sind einigen Bundesländern die Ferien wieder vorbei und schwupps, wird wieder über neue Beschränkungen diskutiert.

Aber sei’s drum.

In den Wochen bevor wir in den Urlaub gefahren sind (ja, auch wir haben die Lockerungen ausgenutzt) habe ich das Buch „Magic Cleaning“ von Marie Kondo gelesen. Ich bin ja sowieso schon seit geraumer Zeit auf dem Minimalismus-Pfad (der leider sb und an mal in teils extreme Konsumphasen ausartet), daher habe ich die Gelegenheit genutzt und zusammen mit meiner Family ein erneutes „Cleaning“ der Wohnung gemacht.

Ich habe mit einer, maximal zwei Kofferraumladungen gerechnet. Es waren fünf.

Kleidung, Bücher, noch mehr Bücher, Kuscheltiere, DVDs, alte Spiele, nutzloses Kram, noch mehr nutzloses Zeug, undsoweiterundsofort.

Was wir spenden konnten haben wir gespendet, alles andere ging über den Jordan zum Wertstoffhof. Es hat sich gut angefühlt. Wirklich. Nach dem Urlaub machen wir weiter. Die Küche ist noch fällig.

Aber was macht dieses Jahr eigentlich so beschissen?

Es ist in allen Belangen unberechenbar.

Vorhaben zerbröseln einfach.

Nicht nur wegen Corona (auch wenn der Mist einen großen Anteil daran hat), sondern allgemein wegen der Menschen, den Umständen, der Zeit.

Im Januar habe ich mit Jiu Jitsu angefangen. Es hat mir Spaß gemacht. Der Lehrer war cool, das Training fordernd – doch es hat maximal 2x mtl. stattgefunden, von 8 möglichen Terminen. Dann kam Corona. Dann ging es wieder los und wir hatten 1x monatlich Training. Vor 2 Wochen habe ich die Reißleine gezogen. Die Kohle, die ich in diesen genialen Sport investiert habe, lasse ich mal außen vor.

Mein Plan endlich Gewicht abzubauen ist bisher fehlgeschlagen… nunja, zumindest teilweise. Jetzt in Monat 8 nach Sylvester sind es 6 Kilogramm Leibesfülle, die ich verloren habe. Das klingt erstmal OK ist aber weit weg von meinem Vorhaben. Ziel waren 20kg bis Anfang 2021. Es fehlen also noch 14kg. Den Göttern sei Dank beginnt das Aikido-Training Ende August – hoffentlich ohne großartige Ausfälle und ohne Ferienpausen.

Im Laufe des ersten Halbjahres habe ich angefangen stark zu schwitzen. Sicher einerseits wegen den Wetterschwankungen (die auch nicht ohne sind dieses Jahr), aber teilweise auch völlig willkürlich. Schlimm,wenn ich spüre, wie die Schweißtropen unter dem Shirt meine Brust hinunterlaufen, oder sich kleine Bäche an der Innenseite des Oberarms bilden. Liegt es am Carnitin? Möglich. Liegt es an den „Wechseljahren des Mannes“? Auch möglich. Gestern saß ich hier in einem echten Kaff bei einem Pseudoitaliener in einem Kellerrestaurant, das nach offener Klotür roch. Aufgrund fehlender Alternativen wollten wir essen schnell und dann gehen. Das Essen war… OK, aber mein T-Shirt war nassgeschwitzt. Zum Glück hat es draußen leicht geregnet, so ist es nicht wirklich aufgefallen. Ich hoffe, dass dieses Extrem ein Urlaubsphänomen ist.

Ja, Urlaub… normalerweise wollten wir diesen Sommer auf Elba verbringen und wie Napoleon herumstolzieren. Wir haben storniert. Nicht, weil es die Corona Lage erfordert hätte, sondern aus Vorsicht. Wie sich gezeigt hat: zurecht. Die Infektionsraten gehen wieder hoch und wie der Spaß sich im Jahresverlauf weiterentwickelt wird sich zeigen. Ich befürchte zwar nicht einen zweiten Lockdown, aber wieder krassere Einschränkungen.

Wir werden sehen.

So, ich habe jetzt auch keinen Bock zu schreiben. Ich hocke gerade in dem Hotel hier auf dem Teppich und bin etwas genervt. Urlaub in Österreich ist super. Die erste Woche waren wir in Wien. Tolle Stadt, genialer Flair, wir haben uns schnell sehr wohlgefühlt. Den Urlaub wollten wir in Ruhe ausklingen lassen und haben noch ein paar Tage am Neusiedler See gebucht. Eigentlich alles okay, doch der Ort hier ist im Niemandsland und das Hotel wirkt wie kurz vor der Pleite. Das tut mir ja auch leid, doch wenn ich sehe, dass die Einrichtung mit großer Wahrscheinlichkeit Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre renoviert wurde, wundert mich nix.

Naja, morgen geht’s wieder heim…

Asldann!

 

 

Jahresrückblick 2019

Bevor ich mich an den Beitrag hier gesetzt habe, habe ich mir den Jahresrückblick 2018 durchgelesen und – was soll ich sagen – mit einigem Erschrecken festgestellt, dass ich irgendwie ähnlich aus dem Jahr 2019 aussteigen werde.

Aber kommen wir erstmal zu den Dingen, die sich klar im Jahre 2019 verändert haben.

  1. Wir sind umgezogen. Aus der schimmeligen Erdgeschoßwohnung mit einer rauchende Familie auf dem Balkon über uns sind wir zwar im Ort geblieben, aber in eine 2geschössige Neubauwohnung gezogen. Ja: teurer, aber um so schöner und vor Allem… ruhiger. Seit dem Umzug schlafe ich wieder ruhiger und meine Kopfschmerzen sind weniger geworden.
  2. Im Sommer habe ich mit Karate angefangen. Wer meinen Blog regelmäßig liest weiß das bereits und er weiß auch, dass ich meine Karatelaufbahn wieder beendet habe. Nicht, weil ich zu faul bin, oder ich keinen Bock mehr hatte, sondern schlicht aus zeittechnischen Gründen. Mehr dazu aber hier.
  3. Ich arbeite immer noch in der gleichen Firma, mache immer noch den gleichen Job, mein Jobtitel hat sich lediglich geändert. Zudem ist mein ehemaliger Kollege mein neuer Chef. Ich habe mich gefreut, tierisch, denn endlich schienen sich die menschlichen und auch organisatorischen Probleme aufzulösen. Jedoch währte die Freude nur relativ kurz, denn der Wechsel von Kollege zu Chef war / ist für mich nicht wirklich einfach – für ihn aber offenbar auch nicht. Ich denke aber, das wird sich regeln im Laufe der Zeit.
  4. Mein Gewicht hat sich von über 100 kg auf knapp unter 100 kg eingependelt. Ich bin zwar immer noch weit weg von meinem Zielgewicht, aber es geht in die richtige Richtung.
  5. Mein Sohn ist ausgezogen. Das war schon im Mai 2019. Meine anfänglichen Bedenken haben sich glücklicherweise nicht bestätigt, er kommt gut klar und hat – zumindest dem Eindruck nach – sein Leben gut im Griff. Klar mit Aufs und Abs, aber dennoch funktioniert es sehr gut!
  6. Johanna war mit ihren 12 Lenzen das erste Mal alleine (mit meiner Schwester) eine Woche lang im Urlaub. In Paris. Mir war klar, dass sie verändert wieder kommen würde und ja: aus der kleinen Sprotte ist eine große Sprotte geworden. Schön!

Ich glaube, das waren so die wichtigsten Punkte 2019. Ich habe mir für 2019 vorgenommen Stabilität in mein Leben zu bringen, was mir zwar nicht vollständig gelungen ist, aber die Weichen konnte ich stellen. 2020 wird es weiter gehen.

Was habe ich mir für 2020 vorgenommen?

  1. Weniger fluchen, weniger Fäkalwörter, bessere Aussprache und Umgangsformen. Das alles gehörte zwar schon 2019 auf meinem Zettel, ich möchte dies jedoch weiterführen und verbessern.
  2. Stilbruch. 2019 habe ich schon angefangen, auch das werde ich weiterführen. Ich besitze keine Sneaker mehr, Turnschuhe ziehe ich nur noch zum Sport an, oder im Sommer zu kurzen Hosen. Ich besitze kein Basecap mehr, nur noch Schiebermützen, Flatcaps und einen Hut. Meine Jacken sind Mänteln und Jackets gewichen – nur meine Metalshirts habe ich noch… die behalte ich auch. Auch die Jeans werden weniger in meinem Schrank.
  3. Musik. Der Horizont wird / wurde erweitert. Neben Metal und Elektro ist 2019 auch der Swing dazugekommen. Nicht der typische Radio-Swing a la Bublé, oder so – sonder das richtige Zeug aus den 20ern und 30ern. Dadurch hat sich der Horizont in Richtung Jazz gedreht. Den empfinde ich immer noch als „schwer“, aber zunehmend auch als angenehm.
  4. Sport und Kampfkunst – das wird weiter ausgebaut, siehe hier.
  5. Sparsamer leben und sich mehr Ausgleich gönnen. Ich gebe viel Geld für Scheiß aus. Entschuldigt dieses Wort, aber das trifft es einfach am Besten. Das will ich ändern. Öfter mal für ein paar Tage raus, vielleicht nach Austria, der mal wieder ans Meer. Vielleicht mal eine kleine Städtereise, oder eine Wanderung, die über ein paar Tage geht. Zelten gehen – das war ich schon locker 30 Jahre nicht mehr. Solche Dinge eben. Ihr versteht schon.

5 Punkte also, die ich (weiter) anpacken will, das sollte wohl zu schaffen sein. Letztlich ist es, wie bereits im letzten Jahr, die viel beschworene Selbstdisziplin und Willenskraft. In normalen Zeiten ist beides ganz gut bei mir vorhanden, in rauheren Zeiten dagegen habe ich mehr den Wunsch es mir mal gutgehen zu lassen. Und das bedeutet in der Regel: Couch, Fernsehen, Essen. Hier versagt dann die Selbstdisziplin.

Jaaaa…. ich arbeite daran….

So meine Lieben, ich werde jetzt  mal weiter meinen Hexenschuss verarzten, mit dem ich bereits seit Heilig Abend laboriere, nachher noch ein heißes Bad nehmen und dieses Jahr mit Runenlegen, einem herrlichen Gin und tiefsinnigen Gesprächen beenden.

Einen guten Rutsch!