Mein Karateweg 1 – der erste Monat

Der erste Karatemonat ist um und daher erlaube ich es mir einfach mal den einen, oder anderen Tipp für den Späteinsteiger hier zu lassen. Los geht’s:

  • Schätze Dich richtig ein!

Schau Dich richtig an. Hast Du Übergewicht? Bist Du wirklich fit? Wie steht es um Deine Beweglichkeit? Deine Ausdauer? Wenn Du Dir nicht sicher bist, oder vielleicht ein körperliches Manko da ist (Bluthochdruck, oder ähnliches) dann gehe vorher zum Arzt und lass Dich durchchecken, bzw. sprich mit ihm. Das ist wichtig!

Kyoshukin Training ist hart. Es wird viel abverlangt. Während meiner ersten Stunde hatte ich mehrfach das Gefühl, dass mein Kreislauf kurz vor dem Kollabieren ist, dass meine Gelenke auseinander springen und mein Schädel platzt. Das muss euch bewusst sein.

Ich kann jetzt leider nicht sagen, ob das harte Training auch für andere Karate-Stile gilt, dennoch würde ich davon ausgehen und auf jeden Fall einen ärztlichen Check anraten.

  • Informiert euch vorher!

Ich habe tatsächlich den „Fehler“ gemacht und mich kaum über die Stile und deren Eigenarten zu Beginn informiert. Ich wusste, dass Shotokan-Karate wohl der am meisten verbreitete Stil ist, ich kannte den Stil meiner Tochter (wobei ich den schon fast in Richtung Kung Fu schieben würde) und natürlich kannte ich Chuck Norris!

Über Kyokushin habe ich mich erst informiert, als eigentlich schon klar war, dass ich dort in der Schule meine erste Probestunde machen will. Ich hatte das Glück, dass die Entscheidung richtig für mich war, das ist aber sicherlich nicht immer so. Daher empfehle ich euch, informiert euch. Sprecht vorher mit anderen Karatekas, lest euch online in die Geschichte und Entwicklung der unterschiedlichen Stile ein und wählt in aller Ruhe aus, wo für euch die Reise hingehen soll.

  • Schau es Dir in Ruhe an, übertreibe nicht!

Ich habe mich in der ersten Trainigsstunde voll reingehängt, wollte als Neuling in Nichts nachstehen und mehr gegeben, als ich eigentlich in der Lage war. Das Resultat war ein Mords-Muskelkater (ohne Witz, so einen Muskelkater hatte ich tatsächlich noch nie) und eine gestauchte rechte Hand. Meine Empfehlung wäre daher, hört auf die körperlichen Grenzen, übertreibt es nicht!

  • Schafft euch einige Utensilien an!

Also ich denke mal, dass ihr einen Gi benötigt, sowie diverse andere Dinge fürs Training ist klar. Für die ersten Stunden würde ich euch noch einen Satz Faustschützer, sowie einen Tiefschutz empfehlen. sofern ihr euch für den gleichen Stil entscheidet wie ich. Euer Verein, eure Schule wird euch hier aber sicher helfen können.

Zu meinen ständigen Begleitern, schon seit vielen Jahren, gehören ein kleiner Tegel Tigerbalm und eine Tube Pferdesalbe.

TIGER BALM WEISS         WEPA Pferdesalbe 100 ml Tube

Beim Tigerbalm bevorzuge ich die weiße Variante. Sie ist ein wenig schärfer und wirkt eher kühlend. Erholsam bei Kopfschmerzen, Erkältung und bei Prellungen, sowie leichten Blutergüssen. In meinen Augen ein MUSS für jeden Kampfkünstler.

Pferdesalbe  gibt es von so einigen Herstellern, aktuell habe ich die von WEPA. Für Pferde entwickelt, für den Menschen hilfreich, sagt man. Hilft bei Muskelkater, nach besonders hohen Belastungen des Bewegungsapparates, etc.

Ihr tut euch echt Gutes mit dem Zeug, besonders wenn ihr das Training in euren Gliedern spürt… und das werdet ihr sicher… 🙂

  • Am Ball bleiben!

Ein wichtiger Satz, den ich gerne hier lassen möchte lautet wie folgt:

„Zu spät kommen ist besser als gar nicht kommen!“ 

Aufgrund meiner Arbeit schaffe ich es nicht immer pünktlich zum Karate, Verspätungen werde künftig wohl eher zur Gewohnheit werden. Ich persönlich stellte bisher an mich den Anspruch, entweder ich bin pünktlich, oder lass es bleiben. Das ist ist Bullshit!

Im ersten Monat habe ich recht schnell gelernt, dass zu spät kommen zwar nicht schön ist, aber eher toleriert wird, als NICHT kommen – sofern kein wirklicher Grund vorliegt.

Im Kyokushin Karate gelangt ihr häufig an eure Grenzen. Immer wieder kommt die Frage auf, ob man sich das wirklich geben muss, ob man sich nicht überschätzt hat. Beisst euch durch, bleibt am Ball! Geht zum Training!

 

So. Der letzte Absatz war auch für mich gedacht. Gerade im ersten Monat habe ich mir öfter diese Fragen gestellt. Die Motivation gibt mir meine Familie, aber auch jedes neu durchgezogene Training. Und wenn ich in die Gesichter meiner Senpais nach dem Training schaue, weiß ich – denen geht es nicht viel anders als mir. Und plötzlich ist der Unterschied in der Gürtelfarbe völlig irrelevant: nach dem Training sind wir alle gleich.

Osu !

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