Mein Karateweg 2 – körperliche Defizite

Ich muss mal einige Dinge wegnotieren, bevor sie im Alltag verloren gehen. Ich bin jetzt mitten in meinem zweiten Karatemonat und der Bonus / Malus des Neulings ist fast aufgebraucht. Ich bin Teil des Ganzen und ebenso werde ich im Training behandelt. Das ist gut, das bringt mich weiter.

Mein Alter und meine körperlichen Grenzen lassen sich leider nicht verstecken und während ich mich bei manchen Übungen wirklich quälen muss, oder auf Alternativen angewiesen bin, ziehen die Kollegen einfach den Stiefel runter. Das ärgert mich, da muss ich aber durch. Aber jetzt mal weg von der Jammerei, um was geht es denn eigentlich:

  1. Sit ups

Die klassische Rumpfbeuge ist wirklich ein Problem. Ich dachte immer, ich hätte eine stabile Bauchmuskulatur, die irgendwo unter der Wampe schlummert. Neenee… da ist nicht viel drunter. Nicht EINEN Sit up bekomme ich hin. Ich trickse also mit Crunches. Zwar auch anstrengend, ABER machbar – was für mich wiederum bedeutet, dass Crunches nur die light-Variante von Sit ups sind.

Bedeutet also, ich muss außerhalb des Dojos etwas für meine Bauchmuskulatur tun, damit ich irgendwann auch mal meine 20 Sit ups beim Aufwärmen hinbekomme. Crunches für den Einstieg, Planks und für die untere Bauchmuskulatur, das klassische „Beinchenheben“, also auf dem Rücken liegend die Beine anheben und während der Übung nicht den Boden berühren.

2. Ausdauer

Ja, mir wird zwar immer gesagt, das kommt mit der Zeit wieder, nerven tut es mich trotzdem. Zum Aufwärmen laufen wir einige Runden um die Halle. Zumeist bin ich nach 2-3 Runden durch und kann ich nicht mehr, beiße aber die Zähne aufeinander und hechle den anderen hinterher. Macht ja nix, bin eh ein Weißgurt und gehöre sowieso in der Dojo Rangliste nach hinten. Es ist aber trotzdem frustrierend, die teilweise älteren und wuchtigeren Karatekas da locker laufen zu sehen, während ich hinterherkrieche.

Ausdauer kommt automatisch vom regelmäßigen Training. Ich bin derzeit am Überlegen, ob ich morgens eine Laufroutine einrichte und/oder öfter mal das Laufband im Fitnessstudio strapaziere, aber ich muss her auf jeden Fall ran!

3. Beweglichkeit

Beweglichkeit, Schnelligkeit, dehnbare Sehnen, Muskeln und Gelenke gehören nunmal zum Karate. Sicher kann man das ein oder andere mit „Weisheit“ und dem vielleicht „klarem Blick des Alters“ ausgleichen, aber auch ein älterer Karateka kommt nicht um diese Grundeigenschaften  herum. Beweglichkeit ist die Basis.

Auch hier höre ich in stiller Regelmäßigkeit, dass die Beweglichkeit mit der Zeit zunimmt. Okay. Muss ich so stehen lassen, sicherlich hat mein Sensei recht! Ein Blick in den Dojo beweist das ja auch. Dennoch muss ich auch hier dran arbeiten. Ich kenne ja glücklicherweise noch einige Übungen aus meiner Vergangenheit, die ich aktuell als Morgenroutine durchziehe. Dennoch werde ich auch einen Blick in Richtung Yoga werfen, einfach um die Entwicklung auf sanftere Art zu unterstützen.

4. Abhärtung

Schonmal Liegestütze auf der Faust versucht? Klappt? Ja, bei mir auch. . Faustliegestütze sind kein großes Problem, SOFERN ich hier die unteren 3 Fingerglieder benutze. Im Wing Chun sind die unteren drei Fingerglieder (Mittel-, Ring-, kleiner Finger) die Trefferfläche bei einem Fauststoß, daher haben wir damals auch genau diese abgehärtet und die Liegestütze auf dieser Fläche gemacht.

Während meiner letzten Kyokushin Stunde hat mein Sensei mal etwas genauer hingesehen und mich schnell aufgefordert, auf die oberen Fingerglieder (Zeige-, Mittelfinger) zu wechseln. Alleine das Wechseln hat mir echt Mühe gemacht und mehr als 2 (!!!! ZWEI!!!) Faustliegestütze auf den oberen Fingerknöcheln habe ich nicht geschafft!

Ich übe das jetzt jeden Morgen, aber irgendwie wird das nicht besser. Ich hoffe mit der Zeit…

Resümee

Es gibt viel zu tun. Meine Morgenroutine wandle ich derzeit schon etwas ab. Etwas Dehnung, etwas Yoga, etwas Meditation und natürlich Faustliegestütze und Sit ups …;)

Ich werde versuchen das Fitnesstudio  weder in meinen Alltag zu drücken und  –  und das ist das Wichtigste  – REGELMÄßIG zum TRAINING GEHEN! 🙂

In diesem Sinne: OSU!

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